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Einblick in meine pädagogische Arbeit

 

Der Beginn des Lebens ist eine so kostbare Zeit.

In den ersten drei Lebensjahren wird ein Fundament für das Leben unserer Kinder geschaffen. Sie ergreifen ihren Körper, erkunden ihre Umgebung. Dabei werden sie getragen von verlässlichen Beziehungen, in denen ihre Bedürfnisse wahrgenommen und erfüllt werden und die ihnen Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.

In meiner kleinen Kindertagespflege – Gruppe widme ich mich daher einfühlend und wertschätzend eben diesen Aufgaben auf folgende Weise: Ich schaffe eine vertrauensvolle Atmosphäre des Wohlbefindens und der Resonanz, in der wir familienähnlich unseren Alltag miteinander leben.

Unser strukturierter Tagesrhythmus gibt uns dabei Sicherheit und Orientierung. So gibt es bei uns Zeiten, in denen wir unser Augenmerk auf lebenspraktische Tätigkeiten richten wie eine achtsame, kooperierende Pflege, z.B. beim Wechseln der Windeln, dem An- und Ausziehen, dem Waschen der Hände. Auch für die Zubereitung und das Einnehmen frischer, gesunder, vegetarischer Mahlzeiten nehmen wir uns viel Zeit. Die Kinder werden dabei selbstwirksam mit-tätig. Sie schneiden Gemüse, schenken Wasser ein, decken den Tisch, backen Brötchen usw. Ganz nebenbei schenken uns diese gemeinsamen Tätigkeiten viele Anlässe, Bindung mit mir zu tanken und die Sprache alltagsintegriert zu fördern.

Einen großen Raum nimmt auch das freie Spiel der Kinder ein. Ich bereite dazu eine einladende Umgebung vor, in der die Kinder je nach individueller Vorliebe und Entwicklungsstand die Spiel-Dinge auf vielfältige Weise erobern können. Entsprechend meiner waldorfpädagogischen Ausrichtung biete ich verschiedene Materialien an, die freilassend und variabel einzusetzen sind (zum Beispiel Tücher, Hölzer, Bretter, Zapfen, Gefäße) und die die Entwicklung aller Sinne unterstützen.
Unser tägliches Forschen und Bewegen an der frischen Luft trägt ebenso zu viel Freude und gesundem Wachsen bei. Wir erfahren die Natur mit ihren wechselnden Jahreszeiten hautnah. Bei alldem sehe ich mich nicht als Animateurin, sondern als Wegbegleiterin der Kinder.

Ich bemühe mich, den Kindern durch meine sinnvollen Tätigkeiten im Haus und draußen ein zur Nachahmung anregendes Vorbild zu sein. Ihre eigenen Impulse unterstütze ich feinfühlig beobachtend, ermutigend oder auch tröstend. 

All das Erlebte will während des Schlafens oder Ruhens am Mittag sortiert und verarbeitet werden. Dazu findet jedes Kind einen eigenen Schlafplatz vor.
Die Übergänge zwischen den einzelnen Tätigkeiten und Phasen unseres Tages begleite ich vorausschauend, sodass die Kinder leicht einschwingen können, oft begleitet von einem Ritual, Lied oder Vers.

Durch dieses Konzept des alltagsintegrierten Lernens baden die Kinder täglich in einer Fülle an Bildungsmöglichkeiten, bei denen sie ihren Körper ganzheitlich ergreifen, sich im sozialen Miteinander üben und das Denken entwickeln können.

Für die Kinder ist der Start in die Kindertagespflege in der Regel der erste große Übergang von der Kleinfamilie in eine Gruppe, der sehr behutsam und ohne Zeitdruck angebahnt werden will. Wie wunderbar ist es da, dass ich mit den Eltern gemeinsam einen Raum in einem so behüteten Rahmen schaffen kann, in dem sich jedes Kind gesehen und geborgen fühlen kann. Meine Zusammenarbeit mit den Eltern lebt dabei von einem intensiven und offenen Austausch zum alltäglichen Geschehen und zur gesamten Entwicklung des Kindes. Gern besuche ich die Familie auch vor Betreuungsbeginn oder später zu einem Entwicklungsgespräch in ihrem vertrauten Zuhause.

Die Kindertagespflege vereint so professionell eine bindungsstarke Betreuung mit aktiver Teilhabe beim Entdecken der Welt.

Ich hoffe, es ist mir gelungen, in aller Kürze einen ersten Einblick in meine mit viel Herzenswärme gelebte Arbeit zu geben.


In Ehrfurcht empfangen,

in Liebe erziehen,

in Freiheit entlassen.

(Rudolf Steiner)